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KalteSonneCheck

Kapitel 5: Hat der Weltklimarat noch alles im Griff?

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Kapitel 1233a44a55a66a789QuellenWebsite
  • 141-208


Externe FaktenchecksBearbeiten

FaktencheckBearbeiten

  • ...
Der IPCC-Bericht 2007 ist sehr vorsichtig in seinen Aussagen zur Meeresspiegelerhöhung. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Verständnis der Ursachen für einen Anstieg des Meeresspiegels so begrenzt ist, dass der Bericht dafür keine Wahrscheinlichkeiten angeben kann, noch sich in der Lage sieht, eine Abschätzung für eine obere Grenze zu geben.137
Seite 195, Absatz 4
Antwort:
Der IPCC-Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Mensch sehr wahrscheinlich zum beobachteten Meeresspiegelanstieg der letzten 50 Jahre beigetragen hat (Zusammenfassung für Entscheidungsträger sowie Kapitel 9.5.2 von Teil 1 des Berichts). Der Bericht quantifiziert auch die Einzelursachen (Gletscherschwund, thermische Ausdehnung, Eisschilde) in Tabelle 9.2. Korrekt ist, dass anders als im vorherigen Bericht keine Obergrenze für den künftigen Anstieg mehr angegeben wurde, weil sich in der Zwischenzeit die Gefahr von Eisabrutschungen als größer als gedacht und als schwer kalkulierbar erwiesen hat.[1]
Für die verschiedenen Emissionsszenarien der Treibhausgase nennt er für den Meeresspiegelanstieg bis zum Jahr 2100 eine Bandbreite von 18 bis 59 Zentimetern. Das ist weniger als die noch im dritten IPCC-Report von 2001 angegebenen 9 bis 88 Zentimeter (Abb. 46).
Seite 196, Absatz 1
Antwort:
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, da die Spanne aus dem Bericht von 2007 nicht den Beitrag von Eisdynamik (Abrutschen von Eis der großen Kontinentaleismassen) enthält, die aus dem Bericht von 2001 aber schon. In der Zusammenfassung für Entscheidungsträger (SPM) wird darauf deutlich hingewiesen. Wenn man Vergleichbares vergleicht, sind die neuen IPCC-Zahlen nicht geringer als die des dritten Berichts.[1]
Dem einen oder anderen IPCC-Vertreter war diese Entwicklung zu wenig dramatisch. So schreibt Stefan Rahmstorf in seinem Buch The Climate Crisis, dass der IPCC-Bericht den Meeresanstieg herunterspielt.142 »Es ist offensichtlich, dass der Anstieg von über einem Meter gegen Ende dieses Jahrhunderts nicht ausgeschlossen werden kann.« Einige Sätze weiter führt er aus, dass nach seiner Ansicht »der Meeresspiegel um bis zu 1,40 Meter steigen könnte«.
Seite 196, Absatz 2
Antwort:
An der zitierten Stelle im Buch von David Archer und Stefan Rahmstorf (Cambridge University Press 2010) ist ebenfalls erläutert, weshalb die IPCC-Projektionen von 2007 nicht niedriger sind als die von 2001. Zudem findet sich dort die Information (ebenfalls aus dem IPCC-Bericht), dass der Meeresspiegel im Zeitraum von 1961 bis 2003 um 50 Prozent schneller gestiegen ist als im Mittel der IPCC-Modelle. Und dass die IPCC-Spanne bis 59 Zentimeter nur für einen Temperaturanstieg von maximal 5,2 ºC berechnet wurde, obwohl der IPCC-Bericht eine Erwärmung um bis zu 6,4 ºC für "wahrscheinlich" hält. Die von Vahrenholt zitierte Spanne bis zu 1,40 Meter ist keine "Ansicht" Rahmstorfs, sondern Ergebnis einer 2007 in Science publizierten Studie[2], die zu den in der Fachwelt meistzitierten Meeresspiegelstudien der letzten fünf Jahre zählt (237 Zitierungen laut Web of Science, Stand 24. Februar 2012).[1]
James Hansen, einer der wichtigsten IPCC-Vertreter, befürchtet sogar, dass der globale Meeresspiegel bis 2100 um 2 Meter ansteigen könnte.142 Im Jahr 2011 erhöhte Hansen die Marke sogar auf 5 Meter.143 Mit solchen Zahlen kann man dann schon eher Furcht einflößen.
Seite 196, Absatz 2
Antwort:
Hansen ist gar kein "IPCC-Vertreter", er hat keine IPCC-Funktion und nach eigenen Angaben auch in früheren Jahren fast nichts mit IPCC zu tun gehabt (obwohl seine Forschungsarbeiten natürlich in den Berichten zitiert werden). Hansen ist Direktor des Klimaforschungsinstituts der NASA in New York. Die Abschätzung von bis zu 5 Metern im Jahr 2100 stammt ursprünglich aus seinem Aufsatz aus dem Jahr 2007[3]. In dem hier von Vahrenholt zitierten Artikel von Hansen und Sato (2011) ist die Abschätzung genauer erklärt. Hansen und Sato markieren damit das pessimistischste Ende des Meinungsspektrums in der Wissenschaft. Sie bringen für ihre Einschätzung ernsthafte Gründe auf Basis der Erdgeschichte und von Satellitendaten vor, auch wenn die meisten Forscher diese Sicht nicht teilen.[1]
Um auf solche Größenordnungen zu kommen, mussten die Autoren in ihren Modellberechnungen annehmen, dass der Meeresanstieg bei sich fortsetzender Erwärmung überproportional zunimmt.144
Seite 196, Absatz 3
Antwort:
Während dies für Hansen und Sato stimmt (die von einem exponentiellen Ansteigen des Eiszerfalls bei Fortschreiten der Erwärmung ausgehen), trifft dies auf die in der Fußnote genannte Studie von Martin Vermeer (Helsinki) und Stefan Rahmstorf (Potsdam) gerade nicht zu: dort wird die einfache, physikalisch plausible und durch Daten der Vergangenheit bestätigte Annahme zugrunde gelegt, dass die Anstiegsrate des Meeresspiegels proportional zum Temperaturanstieg ist.[1]
Mittlerweile können diese Berechnungen als wüste Übertreibungen bezeichnet werden, denn eine Reihe der auf diesem Gebiet führenden Wissenschaftler stellte fest, dass seit 1930 keine weitere Steigerung der Anstiegsrate zu verzeichnen sei.145-147
Seite 196, Absatz 3
Antwort:
Die Autoren zitieren drei Aufsätze, die ihre Aussage angeblich stützen. Die erste angegebene Quelle ist tatsächlich eine Publikation führender Meeresspiegelexperten. Allerdings ist deren Hauptfolgerung genau das Gegenteil des von Vahrenholt Behaupteten: Nämlich, dass es Konsens ist, dass sich der Meeresanstieg zwischen dem Ende des 19 Jh. und dem Ende des 20. Jh. beschleunigt hat. Dieser Aufsatz kritisiert auch keineswegs Vermeer und Rahmstorf (wie von Vahrenholt nahegelegt), sondern zitiert sie zustimmend.
Die zweite Quelle teilt zwar tatsächlich die Ansichten von Vahrenholt, ist aber ein "typischer" Klimaskeptiker-Artikel, als der Autor nie zuvor etwas zum Meeresspiegel in der Fachliteratur publiziert hat, und die Zeitschrift "Energy & Environment" bekannt dafür ist, auch methodisch fragwürdigen Klima"skeptiker"-Thesen eine Plattform zu bieten. Die dritte Quelle ist wiederum eine seriöse Studie von Manfred Wenzel und Jens Schröter - zu dessen Einschätzung siehe unten.[1]
Kürzlich konnte sogar durch die amerikanischen Küstenforscher James Houston und Robert Dean gezeigt werden, dass eine generelle Abschwächung der Meeresanstiegsrate seit 1930 festzustellen ist.148 Dabei wurde auch der Effekt des Wasseraustausches zwischen Land und Meeren durch Grundwasserentnahme oder Aufstauung in Stauseen berücksichtigt.
Seite 196, Absatz 3
Die Autoren schreiben in ihrer Zusammenfassung süffisant, dass die von ihnen ermittelten Meeresanstiegsraten um ein bis zwei Größenordnungen unter den Werten liegen, die notwendig wären, um die von Vermeer und Rahmstorf144 für 2100 vorhergesagten Meeresspiegel zu erreichen.148
Seite , Absatz
Antwort:
Houston und Dean werden hier falsch zitiert, denn sie sprechen dabei nicht über die Anstiegsrate, sondern über deren Beschleunigung. Dies ist ein enormer Unterschied: Ein oder zwei Größenordnungen mehr bei der gemessenen Anstiegsrate von 3 mm/Jahr, wie Vahrenholt schreibt, würde ein Anschwellen des Meeresspiegels um drei bis 30 Meter in hundert Jahren bedeuten![1]
Doch der IPCC-Vertreter Rahmstorf macht munter weiter. Aufgrund einer Untersuchung einer Handvoll Messstationen an der ostamerikanischen Küste149 gibt das Potsdam-Institut in einer Pressemitteilung vom Juni 2011 bekannt:  »Meeresspiegel steigt heute schneller als je zuvor in den letzten 2000 Jahren.«150
Seite 197, Absatz 2
Antwort:
Dies ist das Ergebnis von Sedimentbohrkernen, die von den US-Forschern Andrew Kemp und Ben Horton gewonnen wurden[7]. Das Resultat ist konsistent mit der Folgerung des letzten IPCC-Berichts, die damals auf archäologischen Daten aus dem Mittelmeerraum beruhte. Zudem stimmt das Ergebnis über die letzten 300 Jahre hervorragend mit einer Meeresspiegelkurve aus Pegeldaten überein, die auch die Beschleunigung des Anstiegs belegt, und die Vahrenholt in seinem Buch selbst zeigt - allerdings an ganz anderer Stelle (S. 64), wo er damit seine These einer alles dominierenden Sonne belegen will.[1]
Der Showdown erfolgte dann in der Juli-Nummer des Journal of Coast-al Research. Rahmstorf und Vermeer versuchten dort, Houston und Dean zu widerlegen, indem sie darauf hinweisen, dass die seit 1930 gefundene leichte Abnahme an der Abkühlung der Jahre 1940 bis 1970 liege und nur Daten der Nordhemisphäre herangezogen würden.151 Aber erneut blamierten sich Rahmstorf und Vermeer, als ihnen Houston und Dean im gleichen Heft schwere Fehler nachwiesen, denn Messungen, die einen kleineren Zeitraum als 60 Jahre umfassen (wie Rahmstorf und Vermeer es tun), sind den dekadischen Oszillationen unterworfen, die starke Meeresspiegel-schwankungen nach oben und unten erzeugen.152
Seite 197, Absatz 2
Antwort:
Rahmstorf und Vermeer haben in ihrem Kommentar zur Houston/Dean-Studie die Beschleunigungswerte für beliebige Anfangszeitpunkte zwischen 1870 und 1970 (mit den jeweiligen statistischen Signifikanzgrenzen) gezeigt. Sie belegen so, dass Houston und Deans Wahl von 1930 als Anfangspunkt eine ganz spezielle Wahl war (dass an dieser Stelle ein besonderer "Knick" in der Kurve ist, sieht man leicht in der Abbildung oben bei der Kurzdarstellung des Standes der Wissenschaft). In ihrer Replik auf Houston/Dean zeigten Rahmstorf und Vermeer auch, dass für Zeiträume von nur wenigen Jahrzehnten keine statistische Signifikanz mehr erreicht wird. Hierfür mussten sie natürlich auch Zeiträume von weniger als 60 Jahren betrachten, aber nirgends leiten sie Folgerungen nur aus weniger als 60 Jahren Daten ab - die Kritik von Vahrenholt ist daher unberechtigt. Weiter zeigten Rahmstorf und Vermeer, dass die aus den Daten erhaltene Beschleunigungskurve (einschließlich des Minimums bei 1930) gut mit der Erwartung übereinstimmt, wenn man einen einfachen Zusammenhang zwischen Temperatur und Anstiegsrate des Meeresspiegels annimmt.[1]
Und dann der Knock-out durch Houston und Dean: Jüngste Untersuchungen des Meeresspiegels an der australischen Küste zeigen das gleiche Muster: eine leichte Abschwächung des Anstiegs, aber auf jeden Fall keine Steigerung.153
Seite 198, Absatz 1
Antwort:
In der von Vahrenholt zitierten Arbeit von Phil Watson wurde der gleiche methodische Fehler gemacht wie von Houston und Dean selbst: Eine lineare Beschleunigung wurde an Daten gefittet, die nur schlecht durch eine solche lineare Beschleunigung beschrieben werden. Der Statistiker Grant Foster hat die Fehler von Watson detailliert analysiert und kommt anhand derselben Daten zum exakt gegenteiligen Schluss: Es gibt eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs, die in den letzten Jahrzehnten sogar am größten ist. Was Vahrenholt ebenfalls nicht erwähnt: Watsons Institut hat die Instrumentalisierung des Aufsatzes durch Klima"skeptiker" im vergangenen Jahr explizit zurückgewiesen. "Ihr Artikel stellt die Studie von Mr Watson falsch dar, wenn Sie schreiben, dass 'die Erderwärmung den Meeresspiegel nicht beeinflusst'", heißt es in einer öffentlichen Stellungnahme zu einem Zeitungsartikel, der Watsons Arbeit genauso deutete, wie Vahrenholt es tut. "Dies ist unwahr und irreführend und auch nicht das, was Mr. Watson im Interview mit Ihnen sagte."[1]
Auch deutsche Experten zweifeln an den seltsamen Rahmstorf-Ergebnissen von der amerikanischen Ostküste. So vermutet der Ozeanograph Jens Schröter vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, dass sich die Rahmstorf-Truppe durch Küstensenkungsbewegungen in die Irre führen ließ.154 Die beschleunigte Überflutung der untersuchten Küste hat nach Schröter weniger mit der weltweiten Meeresspiegelentwicklung zu tun, sondern schlicht damit, dass sich der Küstenstreifen gesenkt hat.
Seite 198, Absatz 2
Antwort:
Da die Küstensenkung durch das Abschmelzen der Eisschilde seit der letzten Eiszeit, um die es hier geht (und die in der Studie von Kemp et al.8 berücksichtigt ist), mit annähernd konstantem Tempo abläuft, hat sie keinerlei Einfluss auf die Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs. In anderen Worten: Die Küste hat nicht erst im 20. Jahrhundert begonnen, sich zu senken.

Die Fußnote in dieser Passage der "kalten Sonne" verweist auf einen Spiegel-Online-Artikel, in dem tatsächlich Jens Schröter zitiert wird. Auf Anfrage von klimafakten.de erklärte Schröter: "Es gibt natürlich Landhebungen und -senkungen, aber die können die Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs in den letzten Jahrhunderten nicht erklären. Dieser Anstieg ist der steilste Anstieg seit mehreren Jahrtausenden. Die Ursache ist sicherlich die menschengemachte Erderwärmung."

[1]
Andere Forscher sehen dies ähnlich.155,156
Seite 198, Absatz 2
Antwort:
Bei der hier als Quelle angegebenen Diskussion zwischen Grinsted et al. und Kemp et al.[8] geht es nur um die Rate der postglazialen Küstensenkung infolge der letzten Eiszeit. Die Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs wird davon gar nicht tangiert, weil die Küstensenkungsrate über den betrachteten Zeitraum konstant ist. Vahrenholt setzt hier den Verweis auf Grinsted et al. ein, um die Zukunftsprojektionen von Vermeer und Rahmstorf als zu hoch hinzustellen - verschweigt aber, dass Grinsted et al. zu noch höheren Werten kommen[9]: bis zu 2,15 Meter Anstieg bis zum Jahr 2100![1]
Als Ergebnis des Expertenstreits können wir daher festhalten, dass die Erwärmung in den letzten Jahrzehnten zwar zu einem linearen Anstieg des Meeresspiegels geführt hat, aber keine weitere Verstärkung des Anstiegs festzustellen ist.
Seite 198, Absatz 2
Antwort:
Anders als Vahrenholt zu suggerieren versucht, ist die Beschleunigung des Meeresanstiegs infolge der globalen Erwärmung in der Fachwelt überhaupt nicht umstritten - auch nicht zwischen den meisten der von ihm zitierten Experten.[1]
Rahmstorf liegt mit seiner fragwürdigen Einschätzung auf einer Linie mit dem IPCC, der in seinem 2007er-Bericht noch schrieb: »Der globale Meeresspiegel stieg im 20. Jahrhundert stetig und erhöht sich mit einer steigenden Rate.«157 Dabei übersieht der Weltklimarat einen wichtigen Aspekt. Gemessen wird der Meeres-spiegel nämlich zum einen durch Pegelstände an den Küsten und seit 1993 zusätzlich durch Satelliten, die Veränderungen bezogen auf den Schwerpunkt der Erde erkennen (Topex, Poseidon, Jason). Der IPCC vergleicht nun Satellitendaten (1993-2003) mit Pegelstandsmessungen (1961-2003). Der Zeitpunkt des angeblich be-schleunigten Meeresspiegelanstiegs gibt Grund zur Skepsis. Denn es sei sehr »unwahrscheinlich, dass sich der Meeresspiegelanstieg ausgerechnet in dem Jahr beschleunigt haben soll, als Satelliten in Dienst gestellt wurden«, kommentierte der britische Meeresspiegel-Spezialist Simon Holgate dazu trocken.158
Seite 198, Absatz 3
Antwort:
Der IPCC-Bericht bestätigt, dass die Beschleunigung weitgehend Konsens unter seriösen Meeresspiegelexperten ist. Der IPCC-Bericht folgert dies jedoch nicht etwa aus einem Vergleich von Pegel- und Satellitendaten, sondern aus den Pegeldaten allein (siehe IPCC-Bericht, Teil 1, Kap. 5.5.2.1) sowie aus geologischen Daten, die einen annähernd stabilen Meeresspiegel in den Jahrhunderten vor Beginn der Pegelmessungen zeigen.

Auch hat sich der Meeresspiegelanstieg nicht erst plötzlich ab 1993 beschleunigt. Eine genaue Analyse[10] zeigte zudem, dass im Zeitraum 1993-2007 die Pegel- und die Satellitendaten den gleichen Aufwärtstrend zeigen.

Das Holgate-Zitat hat Vahrenholt offenbar nicht überprüft, sondern aus einem Spiegel-Online-Bericht übernommen - aus dem es aber längst entfernt worden ist, wie eine Korrekturnotiz dort erläutert. Simon Holgate bestätigte auf Anfrage von klimafakten.de, dass er falsch zitiert wurde, und sagt: "Ich denke, es gibt eine vom Menschen verursachte Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs." Vahrenholts Thesen werden also auch von ihm nicht gestützt.[1]
Wie nicht anders zu erwarten, ist der Meeresspiegelanstieg wegen der seit 2000 ausbleibenden weiteren Erwärmung ein wenig abgebremst worden (Abb. 47).
Seite 199, Absatz 2
Antwort:
An diesem Satz ist erstens die Prämisse falsch - der langfristige Erwärmungstrend der Erde ist auch ab dem Jahr 2000 ungebrochen. Vor allem aber folgt aus dem Satz, dass offenbar selbst Vahrenholt davon ausgeht, dass die hohe Anstiegsrate der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts durch die globale Erwärmung verursacht wurde - was er in der gesamten Passage zuvor zu bestreiten suchte.[1]
  • ...
Als eine weitere sehr spektakuläre Folgeerscheinung einer globalen Erwärmung gilt bei IPCC-nahen Wissenschaftlern die Zunahme von Stürmen und Starkwindereignissen.
Seite 202, Absatz 2
Mittlerweile gibt es sogar Untersuchungen, die nahelegen, dass die globale Erwärmung der Ozeane die Entwicklung von tropischen Stürmen und Wirbelstürmen eher behindert.
Seite 204, Absatz 2
Antwort:
Es ist noch unklar ob die globale Erwärmung die Häufigkeit von Wirbelstürmen erhöht, es gibt aber vermehrt Hinweise darauf, dass die Erwärmung zu stärkeren Wirbelstürmen beiträgt.[1]
Die große Synchronität zwischen Hurrikan-Aktivität und AMO- beziehungsweise PDO-Zyklen ist beeindruchend. Seit 2005 geht demzufolge die Aktivität der Hurrikane deutlich zurück, auf das Niveau der 1970er Jahre.
Seite 203, Absatz 1
Antwort:
Als Oszillation zwischen positiven und negativen Werten zeigt die PDO keinen langfristigen Trend, während die Temperatur einen langfristigen Erwärmungstrend aufweist. Als die PDO zum letzten Mal zu einer kalten Phase wechselte, waren die globalen Temperaturen ca. 0,4°C niedriger als heute. Der langfristige Erwärmungstrend ist ein Anzeichen dafür, dass die gesamte Energie im Klimasystem der Erde, bedingt durch ein Energie-Ungleichgewicht, zunimmt.[2]
  • ...

QuellenBearbeiten

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 Klimafakten.de 2012-MAR-06: Analyse: Wie redlich ist Vahrenholts Buch „Die kalte Sonne”?
  2. Rahmstorf, S. A semi-empirical approach to projecting future sea-level rise. Science 315, 368-370 (2007).
  3. Hansen, J. E. Scientific reticence and sea level rise. Environmental Research Letters 2 (2007).
  4. Donoghue, J. F. & Parkinson, R. W. Discussion of: Houston, JR and Dean, RG, 2011. Sea-Level Acceleration Based on US Tide Gauges and Extensions of Previous Global-Gauge Analyses. Journal of Coastal Research, 27(3), 409-417. Journal of Coastal Research 27, 994-996 (2011).
  5. Rahmstorf, S. & Vermeer, M. Discussion of: Houston, J.R. and Dean, R.G., 2011. Sea-Level Acceleration Based on U.S. Tide Gauges and Extensions of Previous Global-Gauge Analyses. Journal of Coastal Research 27, 784?787 (2011).
  6. Rahmstorf, S., J. Church et al. Recent Climate Observations Compared to Projections. Science 316, 709 (2007).
  7. Kemp, A., B. Horton et al. Climate related sea-level variations over the past two millennia. Proceedings of the National Academy of Science of the USA (2011). doi:10.1073/pnas.1015619108.
  8. Kemp, A. et al. Reply to Grinsted et al.: Estimating land subsidence in North Carolina. Proceedings of the National Academy of Science of the USA 108, E783 (2011).
  9. Grinsted, A., Moore, J. C. & Jevrejeva, S. Reconstructing sea level from paleo and projected temperatures 200 to 2100 ad. Climate Dynamics 34, 461-472 (2009).
  10. Prandi, P., Cazenave, A. & Becker, M. Is coastal mean sea level rising faster than the global mean? A comparison between tide gauges and satellite altimetry over 1993-2007. Geophysical Research Letters 36, L05602 (2009).

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